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Warum eine gute Beziehung mit Selbstverantwortung beginnt

  • manhuth1
  • 19. Nov. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Es gibt diesen Moment in Beziehungen, den viele Paare kennen:

Man sitzt da, müde vom immer gleichen Konflikt, und sagt irgendwann: „Wenn er … Wenn sie … dann wäre es zwischen uns so viel leichter.“

Dieser Gedanke ist verständlich. Er zeigt, wie sehr wir uns Entlastung wünschen. Und gleichzeitig zeigt er, dass wir im Außen nach etwas suchen, das im Inneren beginnt.


Selbstverantwortung hat nichts mit Schuld zu tun und auch nichts mit „ich muss das jetzt alleine lösen“. Sie beginnt mit der ehrlichen Frage, was davon eigentlich zu mir gehört.


Was fühle ich da wirklich?

Was trifft mich?

Welche Grenze habe ich selbst mitgetragen oder übergangen?

Was habe ich erwartet, ohne es auszusprechen?

Und was brauche ich – nicht als Forderung, sondern als Klarheit mir selbst gegenüber?

Genau dort kippt etwas. Nicht, weil dann alles perfekt läuft, sondern weil man aufhört, den anderen für die eigene innere Welt verantwortlich zu machen.


Ein Satz, den ich Paaren oft mitgebe, drückt es gut aus:

„Ich bin verantwortlich für die Art, wie ich auftauche – nicht für die Art, wie der andere reagiert.“


Das ist kein einfacher Satz. Aber er hilft, die Perspektive zu verändern. Er nimmt den Druck für beide Seiten raus und hilft es, die entstandene Distanz aufzulösen. Weil er jeden erst mal wieder zu sich selbst zurückbringt, dahin, wo jeder wirklich selbst etwas verändern kann.


Selbstverantwortung heißt für mich:

präsent zu bleiben, ohne über die eigenen Grenzen zu gehen.

Auszusprechen, was in einem vorgeht, ohne Vorwürfe zu machen.

Klar zu bleiben, ohne sich zu verschließen.

Diese Haltung verändert Beziehungen spürbar. Sie macht eine Beziehung nicht konfliktfrei, aber sie bringt auf den Tisch, was wirklich da ist.


Beziehungen scheitern selten an Fehlern. Sie scheitern daran, dass niemand mehr Verantwortung für die eigenen Themen und Muster übernimmt und sich beide dann im Verhalten des anderen verlieren.

Wenn zwei Menschen beginnen, bei sich selbst zu schauen, nicht um sich zu rechtfertigen, sondern um sich besser zu verstehen, dann wird die Verbindung stabiler. Man steht nicht mehr im Gegeneinander. Man begegnet sich wieder. Man erkennt, dass man im gleichen Team steht.


Je klarer wir bei uns selbst bleiben, desto näher kann Beziehung werden. Und zwar mit einer Nähe, die nicht einengt, sondern einer, die beide liebevoll hält.


Am Ende führt Selbstverantwortung zu etwas sehr Einfachem:

Sie schafft Verbindung, die nicht auf Erwartungen baut, sondern auf zwei Menschen, die Verantwortung für ihre innere Welt übernehmen.

Und vielleicht lässt es sich so am klarsten sagen:

Liebe wächst dort, wo ich Verantwortung für mich übernehme, ohne mich selbst zu verlieren.

 
 
 

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